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Der Autor Bernard Cornwell

Bernard Cornwell wurde 1944 in London geboren. Seine Eltern lernten sich im Kriegseinsatz kennen. Der Vater war ein kanadischer Flieger, seine Mutter diente in der Britain Women’s Auxiliary Air Force. Er war ein typisches Kriegsbaby. Nach Kriegesende kehrte der Vater nach Kanada zurück, und eine Familie aus Essex adoptierte den Jungen: Die Wiggins gehörten der fundamentalistisch-evangelikalen, pazifistischen Sekte der Peculiar People an, die unter anderem Alkohol, Zigaretten und andere Vergnügungen wie Fernsehen ablehnten sowie ihren Mitgliedern medizinische Versorgung verboten. Im Haus der Wiggins gab es nur Bibeln, keine anderen Bücher. Nach der von großer Strenge und Freudlosigkeit geprägten Kindheit floh Bernard Wiggins, wie er damals hieß, zum Studium nach London, wo er zunächst als Lehrer arbeitete. Es mag aufgrund seiner Erziehung kein Zufall sein, dass er ausgerechnet zum Fernsehen ging, wo er zunächst als Researcher beim nationalen Programm der BBC arbeitete, bevor er nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau als Head of Current Affairs Television der BBC als Produzent in Nordirland tätig war. Auf dem Höhepunkt der Unruhen lernte der Brite, der inzwischen den Namen seiner leiblichen Mutter angenommen hatte, 1978 seine spätere zweite Ehefrau Judy kennen. Sie gehörte einer Delegation US-amerikanischer Reisebüroangestellter an, die das Land auf Einladung der Tourismusbehörde besuchten. Er filmte das Ereignis. Bevor er noch ein Wort mit ihr gesprochen hatte, sagte er zu seinem Begleiter, dass sie seine Frau werden würde. Der Plan ging auf, das Paar heiratete 1980. Als Cornwell bei der Übersiedelung in die Staaten die Greencard verweigert wurde, beschloss er, nun eben Schriftsteller zu werden, als solcher brauche man ja keine Arbeitserlaubnis. Anfang der achtziger Jahre veröffentlichte Cornwell seinen ersten Roman mit dem Protagonisten Richard Sharpe, einem britischen Soldaten in den Napoleonischen Kriegen, dem sich viele weitere, teilweise verfilmte Sharpe-Romane anschließen sollten. Sie begründeten seinen Ruhm als «Virtuose des historischen Romans» (Sunday Telegraph). Es folgten über 50 Bücher, zwei davon mit seiner Ehefrau Judy unter dem Namen Susannah Kells, ein Werk, das ihn zu dem «vielleicht größten Autor historischer Abenteuergeschichten der Gegenwart» (Washington Post) machten. Seine Romane sind in über 20 Sprachen übersetzt und erscheinen in einer Gesamtauflage von über 20 Millionen Exemplaren. Um seine schriftstellerische und patriotische Arbeit zu ehren, verleiht ihm die britische Königin Elizabeth II. 2006 den Titel „Officer of the Order of the British Empire“.

 

Den Sommer verbringt der passionierte Segler in Chatham/Cape Cod, den Winter in Charleston/North Carolina. Als echter Brite vermisst er in der Wahlheimat USA Bier, Cricket und Rugby, aber er besucht Großbritannien und Frankreich, die Hauptschauplätze seiner Romane, regelmäßig: «Ich nenne es Recherche, aber in Wahrheit ist es ein reines Vergnügen».

 

Seine historischen Romane und Roman-Serien gruppieren sich thematisch hauptsächlich um die Napoleonischen Kriege (die Sharpe-Romane), den Amerikanischen Bürgerkrieg (die Starbuck-Serie), den Hundertjährigen Krieg (die Bücher vom Heiligen Gral, Fort) , das Frühmittelalter (die Artus-Chroniken), die Wikingerzeit (die Uhtred-Serie), mit gelegentlichen Ausflügen in die Gegenwart und in die Urgeschichte (Stonehenge).

 

Bernard Cornwell bezieht seine Inspiration aus einem einfachen Satz: «Ich möchte das schreiben, was ich selbst gerne lese». Seit er in seiner Jugend C.S. Foresters Hornblower-Romane gelesen hatte, wollte er schreiben.

Als Autor historischer Romane hat ihn neben der frühen Lektüre von historischen Romanen, Fantasy und Science-Fiction vermutlich John Keegans Das Antlitz des Krieges am meisten beeinflusst. «Schlachten sind die brutalen Wendepunkte der Geschichte», sagt Cornwell, und diese Tatsache begründet sein ausgeprägtes und sich so großartig auf die Leser übertragendes Interesse an den großen historischen Kämpfen:

«Von allen lebenden und toten Autoren, die ich je gelesen habe, schreibt Bernard Cornwell die besten Schlachtszenen». (George R. R. Martin)

«Niemand auf der Welt kann das besser als Bernard Cornwell – Hunderte Jahre alte Action, so frisch, als wäre es keine Woche her, mit harten, rauen Kriegern, die klarstellen, dass sich nichts ändert – am allerwenigsten die Kunst, gute Geschichten zu erzählen».(Lincoln Child)

Bernard Cornwells Welterfolg liegt jedoch mehr noch darin begründet, dass er über die Schlachten und den penibel recherchierten historischen Hintergrund hinaus immer auch eine gute und glaubwürdige Geschichte erzählt: «Meine Aufgabe ist es nicht zu erziehen, sondern zu unterhalten. Ich bin kein Historiker, ich bin ein Geschichtenerzähler.»

Ein historischer Roman kann «ein Tor zur Geschichte» sein, wie Cornwell es nennt, aber die Geschichte steht für ihn fraglos über der Vermittlung von Fakten. Wenn er einen Roman beginnt, weiß er nicht, wie er enden wird: «Ich setze mich hin, stecke die Figuren in ein Dilemma und schaue, was passiert». In der ersten Fassung seiner Bücher steht immer die Handlung im Vordergrund: «Ich schreibe in die Dunkelheit hinein, nicht wissend, was hinter der nächsten Ecke lauert». Bei der Überarbeitung beginnt für ihn das Vergnügen. Von Beginn bis Fertigstellung eines Romans dauert es ungefähr sechs Monate, und das Ergebnis ist immer wieder beeindruckend: «Bernard Cornwell ist ein literarisches Wunder. Jahr für Jahr lässt er sich weder von Hagel, Regen, Schnee noch Krieg und Aufruhr davon abhalten, die unterhaltsamsten und lesenswertesten historischen Romane seiner Generation zu schreiben». (Daily Mail)