Rowohlt Verlag
Bernhard Cornwell Website

Geschrieben am 04.03.2014

Der Trailerdreh zu «1356»

«Du glaubst nicht, wer gerade angerufen hat…» in etwa so begann im Oktober ein Telefonat zwischen meiner Frau Nadja und mir. Euphorisch erzählte sie mir, dass ein Regisseur, der Trailer für Bücher produziere, auf unsere Reenactmentgruppe und mich aufmerksam geworden war und anfragte, ob wir für einen Filmdreh zu begeistern wären.

Wir hatten in den letzten Jahren so einiges in Punkto Film- und Rundfunkproduktion erlebt, weshalb wir eigentlich die Absprache hatten, nie wieder für ein solches Projekt zur Verfügung zu stehen. Doch diesmal lagen die Dinge komplett anders. Es sollte nicht um «die unglaublichsten Hobbys der Deutschen» oder um die «eigenartigen Freizeitbeschäftigungen gelangweilter Großstädter» gehen. Dieses Mal hatten wir die Gelegenheit, an einem Buchtrailer für Bernard Cornwell mit zu wirken. In so ziemlich jedem anderen Fall wäre meine Antwort sofort nein gewesen, aber wer kann schon ein solches Angebot ablehnen. Es ging immerhin um meinen Lieblingsautor.

Nach einigen Telefonaten, in denen die Details besprochen wurden, rückte Ende November der Drehtermin näher. Wir trafen uns in einem Waldstück bei Leichlingen, an der Ruine eines Gutshauses und drehten dort die Fechtszenen. Für meinen Freund «Ansgar» und mich war es recht ungewohnt, uns in spätmittelalterlichem Rüstzeug zu bewegen, kommen wir doch eigentlich aus der frühmittelalterlichen Reenactmentszene. Zum Glück sitze ich requisitentechnisch gewissermaßen an der Quelle, da ich seit 2006 mit meiner Firma «Schildwerkstatt.de» Reenactmentbedarf produziere. So wurden schnell aus zwei wikingischen Kriegern der Gruppe «Ulvenruging» aus dem 10. Jh., zwei Ritter des 14. Jh.

Mit Beginn der Abenddämmerung fuhren wir zu einem nahegelegenen Grundstück, wo bereits das Lagerfeuer für den zweiten Teil des Drehs vorbereitet war. Dort wurde mit, für meine Verhältnisse, unglaublicher Technik die Szene am Feuer gefilmt. Es war erstaunlich, wie oft und wie lange ich dieses Schwert putzen musste, bis auch die letzte Einstellung gedreht war. Interessant war auch, dass einige Einstellungen sehr schnell hintereinander gefilmt werden mussten, damit man später nicht am Zustand des Feuers sehen konnte, dass es Stunden gedauert hatte diese eine Szene abzudrehen. So wurden also als erstes alle Totalen aufgenommen und sich im Nachhinein um die Nahaufnahmen gekümmert.

Ich bin sehr froh, dass ich die Anfrage im Oktober nicht abgewimmelt hatte. Dieser Dreh war für mich nicht nur technisch hoch interessant, er war wirklich eine sehr spaßige Angelegenheit. Und nicht zuletzt war es für uns natürlich auch eine Ehre einen Tag für Bernard Cornwell gearbeitet zu haben.